Archive für 4.5.2009

Mittelaltermania

Hallo zusammen!

Das war mal wieder ein Wochenende.
Zunächst darf ich wieder ein paar neue Leser begrüßen! Freut mich, dass mein Geschreibsel jemanden interessiert. Übrigens, wer hier mal was beitragen möchte, dem sende ich gerne ein Passwort. Frei nach dem Motto, wer mag der darf!
Aber jetzt zum Wochenende. Ich bin ja nun schon seit ein paar Jahren Fan von Mittelaltermärkten, Turnieren und ähnlichen Veranstaltungen. Angefangen hat das Ganze damals mit einem Besuch beim Mittelalterfest auf der Ehrenbreitstein (für nicht Rheinländer: liegt gegenüber vom Deutschen Eck bei Koblenz). Da habe ich mit meinem  besten Freund Jürgen eine Wette abgeschlossen, dass ich im nächsten Jahr auf den Veranstaltungen im Kilt rumlaufe, aber nur wenn er mitmacht. Soweit so gut. Als ich dann ein paar Wochen später mit den Schnittmustern ankam und wir auf einem der Stoffmärkte in der Region Stoffe gekauft haben, ist ihm so langsam klar geworden, dass das mein Ernst war. Das ist jetzt ungefähr drei Jahre her. Seitdem besuchen wir die Veranstaltungen so oft es irgend geht. Am Sonntag waren wir bei Burg Freienfels in der Nähe von Limburg. Das war das Größte, was ich bisher je gesehen habe. Ein riesiges mittelalterliches Lager, ein Markt mit Ständen ohne Ende und mehr Gewandete, also mittelalterlich Gekleidete als  “normale” Besucher. Ich habe mir bei der Gelegenheit gleich das langersehnte Barett in dunkelblau gekauft. War nicht ganz billig, aber hervorragend gearbeitet. Früher habe ich immer geschaut, möglichst preiswerte Sachen zu kaufen, aber jetzt schau ich eher auf die Qualität. Hat man echt mehr von. Außerdem sollten die Sachen auch authentisch sein und nicht nur billig nachgemacht. So macht das einfach mehr Spaß. Mittlerweile hat sich unsere Gruppe von vier auf über 1o Mittelalterfreunde vergrößert. Es gibt da verschiedene Stilrichtungen wie z.B. Schotten, Kreuzritter, Ritter, Landmänner, Burgfrauen, Hexen und Kaufleute. Erlaubt ist was gefällt und ins Mittelalter passt. Von Hexenverbrennungen sieht man allerdings mittlerweile ab. Wäre ja auch echt Schade um Tina, Georgia und Bianca.
ich besitze jetzt seit einiger Zeit neben anderen Utensilien auch ein Rufhorn und ein Trinkhorn. Sollte man allerdings nicht verwechseln. Das geht in jeder Richtung voll daneben. Habe es nach endlosen Versuchen geschafft, dem Rufhorn ein paar Töne zu entlocken. Es kam sogar ein Echo zurück. Der Typ auf der anderen Seite der Taverne hatte ebenfalls ein Rufhorn und ein Trinkhorn. Beides jedoch von gigantischen Ausmaßen, wogegen meine Hörner eher bescheiden sind.
Eigentlich wollte ich mir immer ein Schwert zulegen. Ich habe es jetzt aber bei einem schottischen Dolch, einem sogenannten Dirk belassen. Man sollte nicht vergessen, dass man den ganzen Krempel ja auch über das jeweilige Festgelende schleppen muss. Ein Wanderstab (der allerdings größer als ich selbst) und eine Kilt-Tasche vervollständigen meine Ausrüstung. Unten seht ihr ein Bild aus den Anfängen. Übrigens werden Jürgen und ich häufig von Mitmenschen asiatischen Ursprungs fotografiert. Vielleicht liegt das aber auch nur an meinen strammen Waden :-)
Jedenfalls war das ein Superwochenende. Dabei habe ich allerdings nicht mitbekommen, was sonst noch in der Welt passiert ist. In den Heerlagern sind Radios und Fernseher absolut verpönt. Hie und da sieht man allerdings einen Ritter oder Edelmann in eine Art seltsamen Knochen sprechen. Manche gestikulieren dabei wild in der Gegend herum. Offenbar erhalten sie auch Antwort. Das muss Magie sein. Wobei viele der Märkte eine magische Anziehungskraft nicht nur auf mich, sondern auch auf viele Hunderte oder manchmal auch Tausende ausüben.

Das war mal wieder ein kleiner Bericht aus dem Leben eines einfachen Mannes. Ach ja, Caruso hatte am Samstag wieder mal einen Anfall. Wir wollten deshalb eigentlich am Sonntag zu Hause bleiben und hätten das alles verpasst (Caruso geht da allerdings vor). Was tut man nicht alles für einen treuen Hund, den man mit der Flasche großgezogen hat. Aber am Sonntag war er wieder putzmunter. Deshalb konnten wir ihn beruhigt in der Obhut meines Schwiegervaters lassen. Caruso hat wohl den ganzen Sonntagnachmittag verschlafen. Na ja, ein Hund darf das wohl mit fast 17 Jahren.


Mein bester Freund Jürgen (rechts) und ich vor zwei Jahren

Bis die Tage!
Euer Heinzemann

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